die Feiertage liegen hinter uns, wir starten in das Jahr 2009. Ein Jahr, das - folgt man den Medien - ein sehr schwieriges Jahr werden soll. Ein Jahr der wirtschaftlichen Krise.
Ob dies zutrifft, sollten wir durchaus in Frage stellen.
Was Wissenschaft und Politik prognostizieren trifft keineswegs immer ins Schwarze. Die oft selbst ernannten Experten haben sich schon zu oft in ihren Prognosen verschätzt. Natürlich müssen Teile unserer Wirtschaft, die in den vergangenen Jahren von den außerordentlich starken Wachstumsimpulsen der Weltwirtschaft boomartig nach oben getragen worden sind, ihren Steigflug beenden.
Auf einen Aufschwung folgt wieder einmal ein Abschwung. Allerdings in einem Ausmaß, dass deutlich über dem liegt, was wir vor vier Jahren erlebt haben.
Das Auf und Ab der Wirtschaftszyklen ist keine außergewöhnliche Erscheinung. Das gab es immer schon und das wird auch in Zukunft so sein.
Wir kleinen Unternehmen sollten uns deshalb nicht entmutigen lassen.
Warum auch?
Wir haben in den vergangenen Jahren nicht im selben Maße wie die expandierende Großindustrie vom weltwirtschaftlichen Boom profitiert. Unser Steigflug setzte später ein und war wesentlich moderater. Dementsprechend wird auch die nun folgende Abschwungphase für Handwerk und Dienstleister ausfallen.
Wir besitzen eine Fähigkeit, die wir in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt haben: Wir können flexibel reagieren.
Wenn wir in unseren Betrieben mit unseren Mitarbeitern zusammenstehen, können wir auch eine Schwächephase ohne größere Blessuren gut überstehen.
Nur ein kleiner Teil unserer Betriebe ist in hohem Maße von der außenwirtschaftlichen Nachfrage
abhängig.
Die große Mehrheit lebt von der Binnenkonjunktur. Und hier sind Chancen weiter gegeben. Die Nachfrage, sehen wir von den untersten Einkommens-bereichen einmal ab, ist da. Mit intelligenten Angeboten, mit hochqualitativen Leistungen und technisch anspruchsvoller Ausführung können wir die Kunden für unsere Angebote begeistern.
Die Konjunkturprogramme von Bund und Land werden uns hoffentlich dabei helfen. Im Bereich der Bauwirtschaft können wir bei Neubau und bei Instandhaltung eine verstärkte Nachfrage der öffentlichen Hand erwarten.
Diese Nachfrage muss nur so gesteuert werden, dass sie auch bei uns, bei den kleinen Unternehmen, ankommen kann.
Öffentliche Aufträge sollten grundsätzlich in kleinen Fachlosen ausgeschrieben werden und durch geänderte Vergabebestimmungen auch diejenigen besonders werten, die sich für die Ausbildung junger Fachkräfteverantwortungsvoll verdient machen.
Auch die Förderung des Klimaschutzes wird verstärkt. Hier bieten sich uns weiterhin gute Chancen im Modernisierungsmarkt.
Das Handwerk hat sich zudem bei der Politik durchgesetzt und eine Verdoppelung des Handwerkerbonus erreicht. Handwerksleistungen werden steuerlich begünstigt. Das müssen wir jetzt überzeugend im Markt kommunizieren. Sinkende Energiepreise und rückläufige Rohstoffpreise
werden die Kaufkraft verbessern. Wir müssen unseren Mitbürgern klar machen, dass jetzt der geeignete Augenblick dafür ist, diese Situation zum eigenen Vorteil umzusetzen.
Auch die FDP wird ihre Hände nicht in den Schoß legen. Wir werden weiter für verbesserte Rahmenbedingungen kämpfen. Dazu gehört für mich eine rasche und zukunftsorientierte Reform der Kfz-Steuer. Generelle pauschale Reduzierungen nutzen uns wenig.
Wir brauchen ein zukunftsfähiges abgasorientiertes System, das unseren Mitbürgern Sicherheit bei allen Kaufentscheidungen gibt. Wird dies mit Verschrottungsprämien kombiniert, können wir damit auch dem im Augenblick besonders leidenden Kfz-Handwerk eine spürbare Hilfe geben.
Lassen Sie uns gemeinsam selbstbewusst in das Wahljahr 2009 gehen!
Wir haben allen Grund dazu - wie auch schon in früheren Konjunkturzyklen unter Beweis gestellt - in die Hände zu spucken und uns ohne falsche Bescheidenheit den Schwierigkeiten zu stellen. Diesmuss auch von der Politik anerkannt werden und dies wird sich im Wahlkampf zeigen müssen.
Werner Schneider ist Raumausstattermeister in Breisach und sitzt für die FDP im Gemeiderat. Er ist im technischen Ausschuss der Stadt Breisach sowie im gemeinsamen Ausschuss Breisach, Ihringen und Merdingen