Das integrierte Rheinprogramm wird Breisach extrem hart treffen

Ich möchte zu einem Artikel Bezug nehmen, der am 23. Januar in der Badischen Zeitung erschienen ist und sich mit den Rodungen, die im Rahmen des integrierten Rheinprogramms stattfinden, beschäftigt.
Dieser Artikel hat hoffentlich all jene wach gerüttelt, die bisher nicht daran interessiert waren, was mit dem Hochwasserschutz auf uns zukommt. Breisach wird durch das Integrierte Rheinprogramm extrem hart betroffen.

Wenn man die Gesamtheit der Eingriffe in die Natur betrachtet, dann sieht unser Rheinwald bald katastrophal aus. Der 90-Meter-Streifen, die Rückhaltebecken Breisach/Kulturwehr und Breisach-Burkheim – im Rheinwald von der Gemarkungsgrenze zu Hartheim im Süden bis nach Burkheim im Norden wird nichts mehr so sein wie es zuvor war.

In der 5-jährigen Bauzeit und während der anschließenden sogenannten ökologischen Flutungen wird der Rheinwald nicht oder kaum begehbar sein, bei Retention ganz gesperrt werden.

Für Radfahrer, Wanderer, Touristen und alle, die bisher im Rheinwald als einzigem Naherholungsgebiet Breisachs Entspannung suchten, wird es künftig ganz erhebliche Einschränkungen geben. Natürlich muss es den Hochwasser-schutz für die Unterlieger am Rhein geben.

Aber nicht so wie geplant. Denn damit wäre Breisach auf 3 Seiten (der Rhein im Westen, Polder im Süden und Norden) total eingeengt und somit überproportional betroffen. Im Vergleich zu den anderen Rückhalteräumen am Oberrhein wäre Breisach bezüglich der Verhältnismäßigkeit wesentlich stärker belastet, was für uns unzumutbar ist.

Damit wir wenigstens zu einem Teil des Rheinwaldes unbegrenzten Zugang haben, darf der Polder Breisach-Burkheim nicht gebaut werden. Wenn aber auch dieser Polder nicht zu verhindern ist, dann dürfen darin weder der geplante riesige Querdamm gebaut werden noch sogenannte ökologische
Flutungen stattfinden.

Da ich als Einzelperson kaum Chancen habe, gegen die Planung anzugehen, unterstütze ich mit meiner Mitgliedschaft die "Bürgerinitiative für eine verträgliche Rentention Breisach-Burkheim", die meine Interessen gegenüber den Planungsbehörden optimal vertritt. Wenn die Lkws und die Bagger
erst einmal anrollen, ist es zu spät, etwas dagegen zu tun.

Gerhard Schell ist Mitglied der FDP-Breisach und engagiert sich auch im Vorstand der"Bürgerinitiative für eine verträgliche Rentention Breisach-Burkheim"